Geschichte der GLU – Friesenheim

Foto: Ausschnitt vom Rathaus mit den gelb-roten Fensterläden und einem Baum

1984 -Wie alles begann

1984 traten 14 ökologisch interessierte und engagierte Kandidatinnen und Kandidaten als Wählervereinigung unter dem Namen „Grüne Liste Umweltschutz (GLU)“ bei den Gemeinderatswahlen in Frie­senheim an. Ihre Zielsetzung war, die Belange der Natur und des Umwelt­schutzes auf örtlicher Ebene stärker ins Bewusstsein zu rücken und im lokalen Entscheidungsgremium angemessen zu vertreten.

Die Wählerschaft honorierte das Engagement der Neulinge mit ei­nem eindrucksvollen Ergebnis (8,7 %). Sie brachte mit Dietmar Kairies und Herrmann Müller, für den 1986 Joseph Hu­gelmann nachrückte, auf Anhieb zwei Vertre­ter in den Gemeinderat.

Die GLU-Gemeinderäte setzten sich konsequent für die Berücksichtigung ökologischer Belange im Rat ein, ohne andere kommunale Angelegenheiten aus den Augen zu verlieren. Des öfteren bezo­gen sie eine Gegenposition zur Mehr­heitsmeinung, u.a. wenn es um über­zogene Baumaßnahmen ging. Die GLU wurde zur eigentlichen Opposition im Friesenheimer Rat.

1989 – Die zweite Wahl

1989 trat die GLU mit 19 Kandidatinnen und Kandidaten zur nächsten Kommunalwahl an und steigerte den Stimmenanteil auf 12,5 % der Stimmen. Dieses tolle Ergebnis ermöglichte den Einzug eines dritten Vertreters der GLU in den Ge­meinderat, nämlich Dieter Oschwald, für den später Franz Stortz und Jürgen Stude nachrückten. Die GLU erreichte damit zugleich auch den Fraktionsstatus.

Die 1990er – Vier Sitze!

Zu der am 12. Juni 1994 stattgefundenen Kom­munalwahl kandidierten 25 Personen für die GLU. Das Ergebnis brachte eine erneute Steigerung, nämlich auf 17,0% und vier Sitze: B. Bohnert, J. Hugelmann, D. Kairies und Ch. Strauß-Röderer.

24 Personen kandidierten zu den Kommunalwahlen im Jahre 1999 für die GLU. Mit 13,6% gab es zwar erstmals einen Rückgang des Wahlergebnisses. Dennoch konnten wir vier Sitze erzielen. Roland Lienhard zog neu in den Rat ein.

2004 erzielte die GLU 14,9% der Stimmen, die bisherigen vier Gemeinderäte wurden wieder gewählt. Uwe Opdenhoff rückte 2006 für Roland Lienhard in den Gemeinderat nach.

2009 – Der Kampf mit dem Auszählverfahren

Für die am 07. Juni 2009 stattgefundene Wahl trat die GLU wieder mit 24 Kandidatinnen und Kandidaten an und war bestrebt, trotz des Rückgangs der Gesamtzahl der Räte von 27 auf 24, ihre vier Sitze zu verteidigen und die absolute Mehrheit der CDU-Fraktion zu verhindern. Die GLU erreichte 15,18 % der Stimmen und zog mit den drei Kandidaten, die sich der Wiederwahl stellten, in den Gemeinderat ein, nämlich Joseph Hugelmann, Christel Strauß-Röderer und Dietmar Kairies.

Mit diesem Ergebnis konnte die GLU zufrieden sein, denn der Sitzverlust war trotz eines Zuwachses von 0,3% zum Einen der Reduzierung der Gesamtsitzzahl von 27 auf 24, zum Anderen aber dem ungerechten Auszählverfahren nach d’Hondt geschuldet.

2014 – Wieder 4 Sitze!

Nachdem Dietmar Kairies erfolgreich für ein gerechteres Auszählverfahren bei den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg gekämpft hat – siehe Revolution aus der Provinz (veröffentlicht am Di, 18. Februar 2014 auf badische-zeitung.de) – wurde 2014 nach dem Höchstzahlverfahren nach Sainte-Laguë/Schepers ausgezählt.

Zeitungsausschnitt mit Foto: Mann mit Hut und Schal hält einen Brief von Ministerpräsident Kretschmann, Baden-Württemberg, in der Hand.
Die Badische Zeitung titelte am 18.2.2014: „Revolution aus der Provinz“

Hierbei erzielte die GLU 17,1% der Stimmen. Dies war eine Steigerung um knapp 2% und gleichzeitig das beste Ergebnis in der 30jährigen Geschichte der GLU. Damit und auch dank des neuen Auszählverfahrens konnten wir wieder einen vierten Sitz erreichen.

Somit waren Joseph Hugelmann (2.373 Stimmen), Dietmar Kairies (1.627), Irene Krieg (1.153) und Dr. Michael Walter (1.153) im Gemeinderat gewählt. Herzlichen Dank allen Unterstützerinnen und Unterstützern.

Im März 2017 gab Irene Krieg ihr Mandat im Gemeinderat ab. Dies hing mit ihrem beruflichen Einsatz als Geschäftsführerin des Naturalia im Neuen Ortszentrum Friesenheim zusammen. Ihr folgte Harald Klenschewski nach.

Ist eine Steigerung möglich? Das entscheiden Sie am 26. Mai 2019!

Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde die GLU mit 4 Sitzen in den Gemeinderat gesendet. Dies haben wir einer erheblichen Steigerun der Zahl an Wählerinnen-Stimmen zu verdanken. Hiermit konnten wir unser Spitzenergebnis von 2014 deutlich von 17% auf über 20% steigern.

Neben Joseph Hugelmann, Dietmar Kairies und Michael Walter konnte nach Irene Krieg in 2014 wieder eine Frau für die GLU in den Gemeinderat ziehen: Simone Buttenmüller.

Ein kleiner Wermutstropfen hatte die erfolgreiche Wahl dennoch: wir haben nur um ca. 20-30 Stimmen den 5. Sitz verpasst. Vielleicht beim nächsten Mal.

Balkendiagramm: zeigt horizontal die Jahreszahlen der Kommunalwahlen von 1984 bis 2019 und vertikal die Stimmenanteil von 9% bis 20% ansteigend, mit einem Zwischenhoch in 1994 bei 17%.
Wir konnten unseren Stimmenanteil von 17,1 auf 20,3% erhöhen und somit die 4 Sitze verteidigen. Danke.

Auf eigenen Wunsch schied Joseph Hugelmann am 05.12.2022 aus dem Gemeinderat aus. Er hat die GLU 36 Jahre lang nachhaltig im Gemeinderat vertreten.

Badische Zeitung vom 07.12.2022

https://www.badische-zeitung.de/joseph-hugelmann-hinterlaesst-einen-grossen-fussabdruck-im-gemeinderat-friesenheim–229067798.html

Lahrer Zeitung vom 08.12.2022

Für ihn rückte dann Sieglinde Schreiner am 16.01.2023 nach. Sie wurde von Charlotte Schubnell, der Stellvertreterin von Bürgermeister Weide, in das Amt eingeführt.

Foto: D. Kairies