Jochen Walter: „Glokal denkeln“

Foto-Collage: Mann mit Brille und hoher Stirn vor kleinen Kirche im Grünen

Ich bin geboren in Lahr, aufgewachsen auf dem Rhein und in Ottenheim und wohne seit 2015 in Oberschopfheim. Das Verfahrens- & Umwelttechnik-Studium an der FH Offenburg habe ich 1996 mit Diplom abgeschlossen. Ich war langjähriges Vorstandsmitglied des Tus Ottenheim und aktiv bei der BUND-Ortsgruppe Schwanau und beim DRK Meißenheim-Schwanau. Ich bin geschieden und habe einen 14jährigen „Teilzeit“-Sohn.

Beruflich ging es querbeet als Abfallmanager, Existenzgründungs- Fördermittelberater, Einrichter Bildverarbeitender Systeme, Umweltbeauftragter und Sicherheitsfachkraft in einem Automobilzulieferbetrieb und zuletzt Eine Welt-Promotor beim Weltladen Regentropfen Offenburg e.V.. Ab Mai 2019 beginnne ich meine Ausbildung zur Aufsichtsperson bei der BG Verkehr.

Meine Engagements

Privat treibt mich seit den 2000ern die globale Gerechtigkeit um. So kam ich zu meinen vielfältigen Engagements bei attac, dem Weltladen Regentropfen Offenburg e.V. (bis 2018 Bildungsreferent), dem Kommunales Kino Offenburg e.V. (bis 2018 Vorstand), der Bürgerinitiative Umweltschutz Offenburg e.V., sowie SoLaVie e.V. (Mitgründer, im Vorstand).

2015-2017 war ich aktiv in der Projektgruppe Oberschopfheim des Netzwerk Solidarität.

Alle bisherigen Engagements waren bei Vereinen, aber dennoch sehr politisch. Letztes Jahr habe ich mich entschlossen auch in der politischen Ebene aktiv zu werden und bin Demokratie in Bewegung – DiB beigetreten.

Meine Intention

Mein Schwerpunkt für die kommunale Politik wird Energie, Verkehr und Soziales sein. Ich setze mich für Transparenz und Beteiligung ein. Ich möchte helfen, Friesenheim ökologischer zu gestalten.

Für mich ist wichtig, dass Entscheidungen immer so getroffen werden, dass es den Schwächsten und Ärmsten nicht schlechter gehen darf. Eher müssen die Starken und Reichen Abstriche machen.

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Wann werden wir aktiv?

Foto-Collage: Mann mit Brille und hoher Stirn vor kleinen Kirche im Grünen

von Jochen Walter, Oberschopfheim

Die Kinder sind keine Erwachsenen und dürfen entsprechend unserer Gesetze in Deutschland nichts entscheiden. Darum regen sich manche undemokratischen Akteure in Politik und Wirtschaft auf. Sie wollen, dass sich Kinder wie Kinder verhalten: sie sollen ruhig sein, unpolitisch bleiben und brav zur Schule gehen. Sie sollen für ihre Zukunft lernen gehen.

Für welche Zukunft denn? Diese Zukunft, die wir durch unser Handeln nachhaltig zerstören? Dies ist leider immer noch die einzige Form der Nachhaltigkeit, die wir, v.a. Wirtschaft und Politik, bereit sind umzusetzen. Aber auch wir Bürgerinnen und Bürger, da wir den Entscheidern Glauben schenken, dass es ohne den Schutz von Wirtschaftsinteressen den sprichtwörtlichen „Bach hinuntergeht“.

Fernsehen macht intelligent

… zumindest, wenn mensch die richtigen Sendungen schaut.

Wer von meiner Generation kennt das nicht? Ich bin 50 Jahre alt und durfte mir als Kind ab und zu vorhalten lassen, dass zuviel Fernsehen dumm macht. Dem kann ich rückblickend durchaus zustimmen.

Wenn ich damals Sendungen wie Die Anstalt vom ZDF hätte ansehen können (müssen), dann hätte ich entgegen halten können: Nicht fernsehen macht dumm!

Wenn solche Sendungen oder auch Dokus und Reportagen aufbereitet im Unterricht betrachtet würden, dann könnte daraus etwas wirklich sinnvolles entstehen.

Die Macher von „Die Anstalt“ belegen ihre bissigen Sketche mit einer riesigen Latte an Fakten und Quellen, die einem das Lachen im Halse stecken lässt. So auch bei der Sendung vom 9. April 2019 – zu sehen in der Mediathek.

Wir können nun weiterhin den Kopf in den Sand stecken und ohnmächtig jammern „die tun doch eh was sie wollen“. Oder wir fordern die Politiker*innen auf allen Ebenen endlich zum Handeln auf. Genauso wie wir uns selbst immer wieder zum Handeln zwingen sollten.

Nicht Handeln ist „kriminell“

Wer nichts unternimmt, weder in seinem eigenen Leben noch in Form von Forderungen an die Entscheider auf verschiedensten Ebenen, handelt in meinen Augen kriminell – auch wenn dies derzeit noch keinem Straftatbestand entspricht. Wer davon weiß, wohin wir „steuern“ und trotzdem nichts unternimmt, ist nicht einfach Mitläufer. Er oder sie ist Mittäter*in (egal ob mit oder ohne Gender-Sternchen). Wir machen uns an allem mitschuldig. Vor allem im moralischen Sinn. Unsere Kinder und Enkel müssen dies ausbaden, ob sie wollen oder nicht.

Stellen wir uns doch mal vor, was wäre, wenn wir alle mehr Radfahren, wenig bis kein Auto fahren, wenig bis kein Fisch, Fleisch und Wurst essen, keine Flugreisen unternehmen. Stellen wir uns mal vor, wie es wäre, wenn wir uns saisonal, regional und fair versorgen. Was wäre so schlimm daran, wenn wir dadurch unseren Kindern eine Welt erhalten könnten, die wenigstens noch so ist, wie sie heute ist?

Jochen Walter, Mitglied bei DiB, Oberschopfheimer GLU-Kandidat

Die GLU fordert seit 35 Jahren ein Umdenken

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