Richtigstellung zur Energiebilanz der Windkraft

Brief an die Gemeinde von Michael Walter

Zusammenfassung

Der Teilflächennutzungsplan des Planungsbüros Fischer zur „Windenergie“ der Gemeinde Friesenheim (Stand Mai 2019) in der Vorlage vom 13.05.2019 enthält leider missverständliche Zahlen zur Energiebilanz der Nutzung von Windkraft in der Gemeinde. Diese werden hier richtig gestellt.

Energiebedarf der Gemeinde am Beispiel von 2017

Der Primärenergiebedarf in Deutschland im Jahr 2017 betrug 13.525 PJ (1), daher ergibt sich pro Person (82,5769 Mio Einwohner (2)) ein Primärenergieverbrauch von 45,5 MWh (Megawattstunden) im Jahr 2017. Mit 12.921 Einwohnern (3) in der Gemeinde waren das 588 GWh (Gigawattstunden) für die Gemeinde. Dieser Energiebedarf muss in Zukunft (und so rasch wie möglich (4)) aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.

In der Vorlage wird auf S. 2 oben darauf hingewiesen, dass die Landesregierung den Anteil der Windkraft an der gesamten Energieerzeugung (daher am Primärenergiebedarf) auf 10% erhöhen will. Das entspricht für Friesenheim daher knapp 59 GWh/Jahr.

Möglichkeiten von Windkraftanlagen

Das Planungsbüro Fischer geht von Anlagen mit 3 MW Leistung und 2000 Vollaststunden pro Jahr aus, was einer Energieerzeugung von 6 GWh/Jahr entspricht. Da uns keine anderen Zahlen bekannt sind, übernehmen wir diesen Wert.

Leider ist es schwer verlässliche Zahlen zum Energiebedarf der Herstellung von Windkraftanlagen zu erhalten. Eine Abschätzung kommt auf 1,6 GWh für eine Anlage von 1MW5. Skaliert man dies mit einem Faktor 3 für eine 3MW-Anlage (sehr pessimistisch) so sind die 4,8 GWh in 10 Monaten Nutzungsdauer kompensiert. Eine Windkraftanlage ist technisch für eine Lebensdauer von 20 Jahren (6) konzipiert, erzeugt also abzüglich der 10 Monate mehr als 19 Jahre pure regenerative Energie.

Windkraft in Friesenheim

Ist: Laut Vorlage 2 Anlagen auf Gemarkungsgrenze Friesenheim/Gengenbach = 1 Anlage für Friesenheim. Diese kann ca. 1% der benötigten Primärenergie der Gemeinde erzeugen (3 MW-Anlage ?).

Soll: Um die 59 GWh/Jahr (nur 10% des Primärenergiebedarfs der Gemeinde) zu erzeugen werden knapp 10 Anlagen benötigt und nicht nur die im Teilflächennutzungsplan angegebenen 5-6 Anlagen.

Fazit

Der Bedarf an Windkraft der Gemeinde ist um ein vielfaches höher als im Teilflächennutzungsplan
angegeben. Wir bitten diese Zahlen zu korrigieren und in Zukunft zu berücksichtigen.

Quellenangaben:

(1) BMWI (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Infografiken/Energie/Energiedaten/Energiegewinnung-und-Energieverbrauch/energiedaten-energiegewinnung-verbrauch-03.html)

(2) Statistisches Bundesamt (https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/zensus-geschlecht-staatsangehoerigkeit-2017.html)

(3) Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Friesenheim_(Baden))

(4) Weltklimarat IPCC (https://www.de-ipcc.de/)

(5) Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Windkraftanlage)

(6) Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Windkraftanlage#Lebensdauer)

Dr. Michael Walter: Ökologie heißt Freiheit

Dr. Michael Walter, verh. 4 Kinder, Physiker

Meine Intention

Die bisherige Arbeit im Gemeinderat während der letzten Legislaturperiode hat mir gezeigt wie viele kleine und größere Rädchen in einer Gemeinde bewegt werden müssen um die vielfältigen Aufgaben in der Kommune erfüllen zu können. Es ist unabdingbar die nötigen Entscheidungen im Licht der Ökologie, dem Grundsatz unserer grünen Liste, zu sehen und Entscheidungen in dieser Richtung zu unterstützen. Die Erhaltung unserer schönen Landschaft, der Natur und unserer Umwelt als Grundsatz dient dabei vor allem unserem eigenen Wohl.

Das Radfahren ist ein gutes Beispiel: Wie herrlich ist es mit diesem Wege zurückzulegen anstatt in einer stinkenden Blechkiste sitzen zu müssen!

Noch schöner wäre es natürlich, wenn Friesenheim Möglichkeiten für Fußgänger, den Radverkehr und den ÖPNV weiter ausbaut, wovon alle Bürger nur profitieren würden. Auch eine Gemeinde wie die unsere kann einiges bewegen, damit sie weiter so lebenswert bleibt. Wir haben keinen andere Wahl als eine zu 100% erneuerbare Zukunft aufzubauen und unseren teilweise selbstzerstörerischen Lebenswandel aufzugeben. Je früher wir damit beginnen, desto besser.

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