Wann werden wir aktiv?

von Jochen Walter, Oberschopfheim

Die Kinder sind keine Erwachsenen und dürfen entsprechend unserer Gesetze in Deutschland nichts entscheiden. Darum regen sich manche undemokratischen Akteure in Politik und Wirtschaft auf. Sie wollen, dass sich Kinder wie Kinder verhalten: sie sollen ruhig sein, unpolitisch bleiben und brav zur Schule gehen. Sie sollen für ihre Zukunft lernen gehen.

Für welche Zukunft denn? Diese Zukunft, die wir durch unser Handeln nachhaltig zerstören? Dies ist leider immer noch die einzige Form der Nachhaltigkeit, die wir, v.a. Wirtschaft und Politik, bereit sind umzusetzen. Aber auch wir Bürgerinnen und Bürger, da wir den Entscheidern Glauben schenken, dass es ohne den Schutz von Wirtschaftsinteressen den sprichtwörtlichen „Bach hinuntergeht“.

Fernsehen macht intelligent

… zumindest, wenn mensch die richtigen Sendungen schaut.

Wer von meiner Generation kennt das nicht? Ich bin 50 Jahre alt und durfte mir als Kind ab und zu vorhalten lassen, dass zuviel Fernsehen dumm macht. Dem kann ich rückblickend durchaus zustimmen.

Wenn ich damals Sendungen wie Die Anstalt vom ZDF hätte ansehen können (müssen), dann hätte ich entgegen halten können: Nicht fernsehen macht dumm!

Wenn solche Sendungen oder auch Dokus und Reportagen aufbereitet im Unterricht betrachtet würden, dann könnte daraus etwas wirklich sinnvolles entstehen.

Die Macher von „Die Anstalt“ belegen ihre bissigen Sketche mit einer riesigen Latte an Fakten und Quellen, die einem das Lachen im Halse stecken lässt. So auch bei der Sendung vom 9. April 2019 – zu sehen in der Mediathek.

Wir können nun weiterhin den Kopf in den Sand stecken und ohnmächtig jammern „die tun doch eh was sie wollen“. Oder wir fordern die Politiker*innen auf allen Ebenen endlich zum Handeln auf. Genauso wie wir uns selbst immer wieder zum Handeln zwingen sollten.

Nicht Handeln ist „kriminell“

Wer nichts unternimmt, weder in seinem eigenen Leben noch in Form von Forderungen an die Entscheider auf verschiedensten Ebenen, handelt in meinen Augen kriminell – auch wenn dies derzeit noch keinem Straftatbestand entspricht. Wer davon weiß, wohin wir „steuern“ und trotzdem nichts unternimmt, ist nicht einfach Mitläufer. Er oder sie ist Mittäter*in (egal ob mit oder ohne Gender-Sternchen). Wir machen uns an allem mitschuldig. Vor allem im moralischen Sinn. Unsere Kinder und Enkel müssen dies ausbaden, ob sie wollen oder nicht.

Stellen wir uns doch mal vor, was wäre, wenn wir alle mehr Radfahren, wenig bis kein Auto fahren, wenig bis kein Fisch, Fleisch und Wurst essen, keine Flugreisen unternehmen. Stellen wir uns mal vor, wie es wäre, wenn wir uns saisonal, regional und fair versorgen. Was wäre so schlimm daran, wenn wir dadurch unseren Kindern eine Welt erhalten könnten, die wenigstens noch so ist, wie sie heute ist?

Jochen Walter, Mitglied bei DiB, Oberschopfheimer GLU-Kandidat

Die GLU fordert seit 35 Jahren ein Umdenken

Zur kommenden Wahl am 26. Mai 2019 kandidieren 22 Bürgerinnen und Bürger auf der Liste der GLU für den nächsten Gemeinderat. Auch in den kommenden 5 Jahren wollen wir die Gemeinde zu einer ökologisch nachhaltigen, vielleicht sogar klimaneutralen Gemeinde weiterentwickeln. Unsere Forderungen haben wir in unserem aktuellen Wahlprogramm zusammengefasst und online gestellt.

Wir können das Rad nicht zurückdrehen und alte, klimaschädliche Entscheidungen nichtig machen. Aber wir können dafür sorgen, dass in Zukunft Entscheidung mit ökologischer Verantwortung gefällt werden.

Gib uns am 26. Mai deine 22 Stimmen

Wähle am 26. Mai 2019 die GLU. Du hast 22 Stimmen für 22 Gemeinderäte. Wir stellen 22 Kandidatinnen und Kandidaten. Hilf mit deinen Stimmen Friesenheim zu einer klimaverträglichen, CO2-neutralen Gemeinde zu entwickeln.

Zeige allen Entscheidern mit deinen Stimmen, dass Gemeinwohl vor den Interessen der Wirtschaft steht.

Am 26. Mai GLU wählen!

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Eine Antwort auf „Wann werden wir aktiv?“

  1. Anmerkung zum Beitrag – „Wann werden wir aktiv“
    Lieber Jochen,
    ich finde auch, dass es höchste Zeit ist, aktiv zu werden. Dass Menschen „kriminell“ sind, wenn sie nicht handeln halte ich für eine falsche Aussage, denn
    1. woher soll ich bis ins Detail wissen, welche Verhaltensweise die richtige ist. Wir werden in allen möglichen Medien mit oft gegensätzlichen Informationen überflutet. Wer sagt mir, was richtig ist? Letztendlich liegt es an mir, zu entscheiden – und wenn ich falsch liege, handle ich dann kriminell?
    2. Menschen sind auch in unserer Gesellschaft oft mit dem täglichen „Überlebenskampf“ beschäftigt, ihnen fehlt schlicht und einfach die Zeit, sich eingehend zu informieren.
    3. Arbeitnehmer*innen haben Jobs die nicht umweltgerecht sind (LKW-Fahrer*in)
    4. viele sind im Berufs- und Privatleben so sehr in gegebenen Strukturen verzahnt, dass sie nicht so ohne weiteres ausbrechen können.
    5. solche Aussagen polarisieren, spalten die Gesellschaft in gut und böse.
    6. letztendlich sind Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Verantwortung. Diese müssen mit allen demokratischen Mitteln ins Handeln gebracht werden.

    Lange Zeit war ich mit meiner persönlichen, privaten, beruflichen Entwicklung so sehr beschäftigt, dass ich mich darauf verlassen musste, dass im großen und ganzen, alles seine rechten Wege geht. Umso größer war dann die Enttäuschung zu erkennen, wie schlecht es für die Zukunft unseres Planeten steht. Kann ich nun von jedem verlangen hinzuschauen, wofür ich selbst die ganzen Jahre über blind war? Habe ich mich die ganze Zeit über kriminell verhalten?

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